Luftpostbrief von Syke nach Costa Rica:
- eingeliefert bei der Poststelle Wachendorf, durch Landkraftpost
- zum Postamt Syke befördert und dort mit Tagesstempel vom 11.11.54
entwertet
- Luftpostbrief freigemacht mit Wohlfahrtsmarken Helfer der Menschheit
Michelnr. 173-176
Brief von Wachendorf nach Dosta Rica:
- eingeliefert bei der Bahnpost Hoya-Syke, Zug Nr. 6 am 6.1.33
(Die Streckenlinie der Bahnpost entspricht der heutigen Bahnlinie des Kaffkiekers.)

Mit dem Scherenschnitt entsteht keine kaputte Marke, sondern eine Sammlerrarität.
In Syke 1872 : Wegen Knappheit an 1/2 Groschen-Briefmarken als vorgeschriebenes Porto für Dienstbriefe im Ort, vielleicht aus Not heraus korrekt und sparsam zu frankieren, greift der Amtmann in Syke kurzerhand zur Schere und teilt Briefmarken zu 1 Groschen senkrecht durch. Für einen kurzen Zeitraum werden dann ausschließlich im Amt Syke diese halbierten Briefmarken verklebt, abgestempelt und die Briefe zugestellt.
Bis 1982 haben Briefmarkensammler aus Syke und Umgebung den Wissenstand zur Entstehung dieser Kuriosität erforscht, die erhalten gebliebenen Stücke beschrieben und die Kenntnisse in einem Buch veröffentlicht. Heute sind solche seltenen Briefhüllen und Briefausschnitte (sogenannte Briefstücke) zum großen Teil in wertvollen Sammlungen unter Verschluss, sodass Syke-Halbierungen kaum öffentlich gezeigt werden. Angeblich enthält die Briefmarkensammlung der englischen Königin Elisabeth II. mehrere Exemplare. Auf Auktionen erzielten einzelne Briefe 2007 beachtliche 35.000 EUR oder sogar 62.000 EUR - und ein Exemplar im Jahr 2010 unerschwingliche 261.000 EUR (!) als Verkaufspreis.
Es ist zwar gänzlich unwahrscheinlich, dass auf einem Dachboden in
Syke und Umgebung noch weitere Syke-Halbierungen schlummern und den Weg
zum Briefmarkensammlerverein Syke finden. Die interessante Monographie von
Herrn Rolf Rohlfs aus Harpstedt von 1982 (Die Syke-Halbierungen. Geteilte
Briefmarken des Deutschen Reiches im Amt Syke 1872-1874) können
sich Vereinsmitglieder aber ausleihen und auf
ein Wunder hoffen . . .